Kreta von Athen: Fähre, Flug und wie lange man bleiben sollte
Inselausfluge

Kreta von Athen: Fähre, Flug und wie lange man bleiben sollte

Schnelle Antwort

Wie kommt man von Athen nach Kreta?

Mit dem Flugzeug vom Flughafen Athen nach Heraklion oder Chania in 45 Minuten (40–100 €). Oder mit der Nachtfähre vom Piräus – ca. 9 Stunden, Abfahrt gegen 21:00 Uhr, Ankunft früh morgens. Die Fähre spart eine Hotelübernachtung, aber der Flug ist schneller und oft wettbewerbsfähig im Preis.

Warum Kreta mehr als ein Wochenende verdient

Kreta ist Griechenlands größte Insel – 260 km lang, mit einer Bergkette, die 2.456 m erreicht, eigenen regionalen Küchen, einer minoischen Bronzezeit-Zivilisation, die das klassische griechische Kultur um tausend Jahre vorausging, und einer Küste, die von engen Fischerhäfen bis zu Lagunen reicht, die karibisch wirken. Es ist keine hochskalierte Version der Kykladen. Es ist eine Insel, die eher wie ein kleines Land funktioniert.

Die Herausforderung von Athen aus ist, dass Kreta wirklich weit weg ist – es gibt keine schnelle Überfahrt. Aber die Logistik ist bewältigbar, und für Besucher mit drei oder mehr verfügbaren Nächten lohnt es sich wirklich.

Von Athen nach Kreta kommen

Per Flugzeug: die schnellste Option

Der Flug vom Athener Flughafen Eleftherios Venizelos (ATH) nach Heraklion (HER) dauert 45 Minuten. Nach Chania (CHQ) ebenfalls etwa 45 Minuten. Mehrere Airlines bedienen beide Strecken: Aegean Airlines, Sky Express und saisonal Ryanair und EasyJet. Preise von 40–100 € pro Strecke je nach Saison und wie früh man bucht.

Fliegen ist die beste Wahl, wenn man zeitlich begrenzt ist, mit kleinen Kindern reist oder die Basis zwischen Ostkreta (Heraklion, Knossos, Spinalonga) und Westkreta (Chania, Rethymno, Balos) aufteilen möchte – man kann in einem Flughafen einfliegen und aus dem anderen ausfliegen.

Nachtfähre: spart eine Hotelübernachtung

Die Nachtfähre vom Piräus nach Heraklion oder Chania verlässt den Hafen gegen 20:30–21:30 Uhr je nach Anbieter und Tag. Minoan Lines und ANEK Lines bedienen beide Strecken. Die Reise dauert etwa 8,5–9 Stunden, Ankunft in Kreta um 05:30–06:30 Uhr.

Preise beginnen bei etwa 45 € auf einem Sitzplatz, 60–80 € in einer gemeinsamen Kabine und 90–130 € in einer privaten Zweibett-Kabine. Die Fähren sind große Autotransporter mit Restaurants, Bars und Außendecks – man sollte es eher als kurze Kreuzfahrt denn als Budgetoption betrachten. Die Nachtfähre hin und den Rückflug (oder umgekehrt) zu kombinieren, ist ein beliebter Ansatz, der einen extra Tag gibt, ohne eine extra Übernachtung.

Über Ferryhopper oder direkt beim Anbieter buchen. Im Sommer ist es ratsam, zwei bis vier Wochen im Voraus für Kabinenplätze zu buchen.

Ostkreta vs. Westkreta: was Vorrang haben sollte

Westkreta: Landschaft und Altstädte

Chania gilt weithin als die schönste Stadt Kretas – ein venezianischer Hafen, osmanische Moscheen, umgebaut zu Galerien, ein überdachter Lebensmittelmarkt und eine gut erhaltene Altstadt, wo das mittelalterliche Straßenmuster noch intakt ist. Es ist eine gute Basis für mindestens zwei Nächte.

Von Chania aus sind die zugänglichen Highlights:

Balos-Lagune und Gramvousa: Eine flache türkisfarbene Lagune an der Nordwestspitze Kretas, zugänglich per Boot von Kissamos oder über einen rauen Weg und dann 20 Minuten Fußweg. Die Farbe des Wassers ist wirklich außergewöhnlich. Ein organisierter Bootsausflug von Chania ist der komfortabelste Weg, sie zu erreichen.

Ganztägiger Balos- und Gramvousa-Bootsausflug von Chania

Samaria-Schlucht: Ein 16 km langer Wanderweg durch die Weißen Berge, der am Libyschen Meer endet. Die Wanderung dauert 4–6 Stunden und erfordert vernünftige Fitness und ordentliche Schuhe. Die Schlucht ist von Mai bis Oktober geöffnet.

Rethymno: Eine gut erhaltene venezianische und osmanische Stadt auf halbem Weg zwischen Chania und Heraklion, mit einem venezianischen Hafen, einem Renaissance-Leuchtturm und einer funktionierenden Altstadt, die relativ wenig touristifiziert geblieben ist. Für einen Halbtagsstopp wert.

Ostkreta: Geschichte und einzigartige Landschaften

Heraklion ist Kretas Hauptstadt – funktional statt schön, aber Heimat des herausragenden Archäologischen Museums Heraklion, das die bedeutendsten minoischen Artefakte der Welt enthält, einschließlich der Phaistos-Scheibe und der berühmten Stier-Spring-Fresken von Knossos.

Knossos: 5 km von Heraklion entfernt, die Ruinen des minoischen Palastes (teilweise von Arthur Evans im frühen 20. Jahrhundert in einer nun umstrittenen Weise rekonstruiert) sind die meistbesuchte antike Stätte auf Kreta. Zwei Stunden einplanen und idealerweise mit einem Reiseführer für Kontext besuchen. Eintritt 15 €.

Spinalonga: Eine venezianische Festung auf einer kleinen Insel vor der Nordostküste Kretas, zugänglich per Boot von Elounda oder Agios Nikolaos. Sie diente bis 1957 als Europas letzte funktionierende Leprakolonie und ist jetzt eine der meistbesuchten Stätten auf Kreta, teilweise wegen Victoria Hislops Roman The Island. Die Bootsfahrt ist Teil des Reizes.

Spinalonga-Insel-Bootsausflug von Agios Nikolaos

Elounda und Agios Nikolaos: Der Golf von Mirabello im Nordosten ist wohl Kretas malerischstes Küstengebiet. Agios Nikolaos ist eine angenehme, funktionierende Stadt an einem See, der durch einen schmalen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Elounda hat die höchste Konzentration an Luxushotels der Insel.

Wie viele Tage braucht man auf Kreta?

  • 3 Nächte: Genug, um eine Hälfte der Insel gut zu sehen – entweder Westkreta (Chania, Balos, Rethymno) oder Ostkreta (Heraklion, Knossos, Spinalonga).
  • 5–7 Nächte: Genug, um in gemächlichem Tempo zwischen Chania und Heraklion zu wechseln, mit einem Wandertag in der Schlucht und einem Bootsausflug.
  • 10+ Nächte: Man kann die Küstenstraße von Ende zu Ende fahren, die Südküste (die weit ruhiger als die Nordküste ist) erkunden und isolierte Strände erreichen, die einen 4WD-Weg oder langen Spaziergang erfordern.

Kreta belohnt längere Aufenthalte mehr als fast jede andere griechische Insel. Die Landschaft verändert sich dramatisch zwischen Regionen, und das Essen – besonders in kleinen Binnenlandtavernas abseits der Touristenstreifen – ist unter den besten in ganz Griechenland.

Auf Kreta unterwegs

Ein Auto zu mieten ist mit Abstand der beste Weg, Kreta zu erkunden. Öffentliche Busse (KTEL) verbinden die Hauptstädte, sind aber langsam und erreichen keine kleineren Dörfer oder Wandertrasseneinstiege. Autovermietung ist an beiden Flughäfen ab ca. 30–50 €/Tag in der Nebensaison, 60–80 €/Tag in der Hochsaison verfügbar.

Die Nordküstenautobahn ist schnell und gut gepflegt. Die Südküstenstraße ist enger und spektakulärer. Binnenstraßen durch die Ida- und Weißen-Berge-Bereiche erfordern ein langsameres Tempo, führen aber durch einige der authentischsten Dörfer der Insel.

Beste Zeit für Kreta

  • April–Mai: ideales Wanderwetter, Wildblumen, das Meer ist noch kühl (18–20 °C), deutlich weniger Touristen.
  • Juni: warm, Meer schwimmbar, Samaria-Schlucht vollständig geöffnet, Unterkunftspreise noch nicht auf Höchststand.
  • Juli–August: heiß (35 °C+), an der Nordküste sehr überfüllt, Meer am wärmsten (26 °C). Die Südküste ist merklich ruhiger.
  • September–Oktober: die beste Zeit für Essen (Olivenernte beginnt im Oktober), Strand-Schwimmen noch gut bis September, Temperaturen bewältigbarer.
  • November–März: Kreta hat einen milden Winter und bleibt auf eine Art geöffnet, die Kykladen-Inseln nicht tun. Niederschlag meist im Januar–Februar. Die Berge haben Schnee ab Dezember.

Zum Vergleich mit anderen Inseloptionen lesen Sie den Griechische-Inseln-von-Athen-Reiseführer und nutzen Sie das Athen-Insel-Fähre-vs-Flug-Tool.

Häufig gestellte Fragen zu Kreta von Athen

Lohnt sich die Nachtfähre nach Kreta?

Ja, besonders wenn man versucht, die Zeit auf der Insel zu maximieren. Die Nachtüberfahrt vom Piräus kommt bei Tagesanbruch in Kreta an und gibt einen kompletten Extra-Tag. Mit dem Abendflug zurückzukehren ist eine effiziente Kombination. Die Fähren sind komfortabel – eine Kabine für ein besseres Erlebnis buchen.

Welcher Flughafen auf Kreta ist besser: Heraklion oder Chania?

Heraklion (HER) hat mehr Flüge und ist besser mit den archäologischen Stätten im Osten verbunden. Chania (CHQ) hat eine schönere umgebende Landschaft und liegt näher an Balos und der Samaria-Schlucht. Für eine geteilte Reiseroute: in einem einfliegen und aus dem anderen ausfliegen.

Braucht man ein Auto auf Kreta?

Für jeden Aufenthalt länger als zwei Nächte an einem einzigen Standort: ja. Öffentliche Busse decken die Hauptnordküstenstädte ab, erreichen aber keine Strände, Wanderwege oder Binnenlanddörfer. Ein Auto zu mieten erschließt die Insel richtig. Internationale Führerscheine werden akzeptiert.

Ist Kreta gut für Familien mit Kindern?

Ausgezeichnet. Die Nordküste hat lange, sandige, ruhige Strände mit flachem Wasser. Die Südküste ist abgelegener, aber sehr schön. Knossos spricht ältere Kinder (10+) an. Das Insel-Essen ist vielfältig und in der Regel kindgerecht. Wasserparks und Aquarien nahe Heraklion bieten Optionen für jüngere Kinder.

Wie ist kretisches Essen?

Es gilt als die beste regionale Küche in Griechenland. Hauptgerichte umfassen Dakos (getrockneter Gerstenzwieback mit Tomaten und Käse), in einem Tontopf langsam gegarter Lammstifado, gebratene Schnecken mit Rosmarin (Chochlioi Bourbouristoi), frischer Seeigel und eine außergewöhnliche Auswahl lokaler Käse. Das Olivenöl gehört zu den besten Europas. In kleinen Binnenlandstädten statt an touristisch ausgerichteten Hafenrestaurants für das beste Erlebnis essen.

Ist Spinalonga einen Besuch wert?

Ja. Die Kombination der Bootsfahrt über den Golf von Mirabello, die venezianischen Befestigungen und das Gewicht der jüngeren Geschichte der Insel (sie war bis 1957 eine Leprakolonie) macht sie wirklich bewegend. Drei Stunden einschließlich Boot einplanen.

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